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Mittwoch, 23. September 2026

Am Schwarzen Meer

Batumi ist nach Tbilissi die zweitgrößte Stadt Georgiens und Hauptstadt der autonomen Republik Adscharien. Die Stadt liegt direkt am Schwarzen Meer, nur etwa 20 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Nach den trockenen Landschaften Ost- und Südgeorgiens wirkt Batumi fast wie ein anderes Land: Palmen, subtropisches Klima, üppiges Grün und viel Regen prägen die Gegend.

Die Stadt selbst ist eine ziemlich eigenwillige Mischung aus alter Hafenstadt, mondänem Seebad, sowjetischer Vergangenheit und modernem Las Vegas. Zwischen restaurierten Häusern aus dem 19. Jahrhundert stehen gläserne Hochhäuser, Luxushotels und Casinos. Abends wird ein beträchtlicher Teil davon bunt beleuchtet. Ob man das schön findet, ist Geschmackssache – langweilig ist Batumi jedenfalls nicht.

Batumi besitzt einen natürlichen Hafen und war wegen seiner Lage schon in der Antike von Bedeutung. Die Stadt gehörte unter anderem zum Osmanischen Reich, bis sie 1878 nach dem Russisch-Osmanischen Krieg an das Russische Reich fiel. Danach begann der eigentliche Aufstieg. Batumi wurde Freihafen und wichtiger Umschlagplatz für Erdöl aus Baku. Eine Eisenbahn verband Batumi mit Tbilissi und Baku; später kam eine Pipeline hinzu. Ende des 19. Jahrhunderts war Batumi einer der bedeutenden Erdölhäfen am Schwarzen Meer.

Das eigentliche Markenzeichen der Stadt ist der Batumi Boulevard. Seine Anfänge reichen bis 1881 zurück. Heute zieht sich die breite Promenade mit Parks, Palmen, Radwegen, Cafés und Kunstwerken kilometerweit am Schwarzen Meer entlang. Am nördlichen Ende stehen einige der bekanntesten modernen Wahrzeichen. Der Alphabetic Tower ist etwa 130 Meter hoch und trägt die 33 Buchstaben des georgischen Alphabets auf einer spiralförmigen Konstruktion, die an eine DNA-Doppelhelix erinnert. Gleich daneben befindet sich „Ali und Nino“, eine acht Meter hohe bewegliche Skulptur der georgischen Künstlerin Tamara Kvesitadze. Zwei Figuren bewegen sich langsam aufeinander zu, verschmelzen scheinbar miteinander und trennen sich anschließend wieder. Vorbild ist der Roman Ali und Nino über die tragische Liebe zwischen dem muslimischen Aserbaidschaner Ali und der christlichen Georgierin Nino.

Wir hatten in den Gassen der Altstadt von Batumi einen langen und schönen Abend. Bis 3 Uhr morgens haben wir gegessen, getrunken und auf den Straßen getanzt.

Auf unserer Weiterfahrt entlang der Küste sind wir auf unglaublich viele neue Bauprojekte gestoßen. Gefühlt wird die gesamte georgische Schwarzmeerküste mit riesigen Bettenburgen aus Beton und Glas zugebaut. Einige der Rohbauten stehen bereits unfertig da und beginnen zu verfallen. Da fragt man sich schon, wie das hier einmal enden soll. Wer soll all diese Wohnungen und Hotelzimmer irgendwann füllen? Das kann doch auf Dauer nicht funktionieren. Etwas mehr staatliche Steuerung bei dieser Entwicklung würde der Küste guttun.

Blick aus unserem Hotelzimmer









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