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Donnerstag, 17. September 2026

Von der Steppe in die Toskana des Ostens in weniger als einer Stunde

In Georgien benötigt man nur eine Fahrtstunde, um zwischen völlig verschiedenen Landschaften zu wechseln. Gerade waren wir noch in der Halbwüste und kurz danach sind wir in einer grünen Hügellandschaft mit Weinbergen, Klöstern und lieblichen Städten. 

Ein Beispiel ist Sighnaghi, die kleine Stadt der Liebe. Wegen ihres hübschen Stadtkerns, der Stadtmauer und der Lage hoch über dem Tal ist sie ein beliebter Ort für Hochzeiten. Das Standesamt hat hier 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche geöffnet. Das hat viele Liebende aus nah und fern angezogen. Aus einem romantischen Urlaub im fernen Georgien kann nicht selten eine ernüchternde Ehe daheim werden. Früher war die Scheidung aus der Ferne deutlich komplizierter. Heute geht es einfacher: Bei einer einvernehmlichen Scheidung kann man sich in Georgien vertreten lassen und muss dafür nicht unbedingt noch einmal anreisen. Mittlerweile gibt es sogar Anwälte, die sich auf solche „Remote Divorces“ spezialisiert haben. Heiraten rund um die Uhr und sich später aus der Ferne wieder scheiden lassen – in Sighnaghi ist offenbar für beide Fälle gesorgt.

Sighnaghi liegt in Kachetien, dem Zentrum des georgischen Weinbaus. Wein wird in Georgien seit mindestens 8.000 Jahren hergestellt, womit das Land zu den ältesten Weinregionen der Welt zählt. Typisch ist die traditionelle Herstellung im Qvevri – großen Tonamphoren, die bis zum Hals in der Erde eingegraben werden. Diese Methode gehört seit 2013 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Bekannte georgische Rebsorten wie Saperavi und Rkatsiteli stammen aus dieser Region. Entsprechend gehören Weingüter, kleine Familienkellereien und natürlich ausgiebige Weinproben praktisch zu jeder Reise durch Kachetien. Dazu mehr in einem späteren Beitrag.





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