Das Brot in Kachetien erinnert an einen Halbmond, ein Boot oder an einen Säbel. Es wird Shoti genannt. Das Brot ist lang, leicht gebogen und läuft an beiden Enden spitz zu. Der traditionelle georgische Backofen heißt Tone. Er besteht aus einem etwa einen Meter tiefen, zylindrischen Tongefäß, das in den Boden eingelassen oder eingemauert ist. Es wird in Kachetien mit Rebholz aufgeheizt. Ist der Ofen heiß genug, werden die länglichen Teigstücke direkt an die heiße Innenwand geklebt. Dort backen sie bei großer Hitze in wenigen Minuten. Anschließend werden sie mit speziellen Eisenhaken wieder von der Wand gelöst.
Das Brot heißt auch „Dedis Puri“ – Mutterbrot, weil in den Familien das Brotbacken Aufgabe der Frauen, insbesondere der ältesten Frau des Hauses war und ist. Der Teig wird am Vortag angesetzt und am nächsten Tag gebacken. Zu Feiertagen gehört das gemeinsame Backen zum festen Familienritual. Der Backofen gilt als beinahe heiliger Ort. Beim Kneten und Backen wird der Verstorbenen gedacht und für die Familie gebetet. Frisches Shoti, Käse und Wein bilden nicht selten eine kleine Supra (traditionelles georgisches Festmahl) direkt am Backofen. Wir haben das frisch gebackene warme Brot mit selbstgemachtem Schafskäse probiert - einfach lecker!


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