Am und um den See gibt es wie überall in Myanmar Tempel, Pagoden und Klöster. Einige davon sind viele hundert Jahre alt und sehenswert. Wir besuchten einen dieser Plätze mit mehr als 100 Stupas, deren Htis (Kopschmuck, Hüte) in der Sonne schimmern.
Am südlichen Abfluss des Inle-Sees schließt sich über einen breiten Kanal ein Stausee an. Dieser wurde in den 1960er Jahren gebaut, um den Wasserstand des Sees regulieren zu können. Dadurch wurden einige Tempelanlagen überflutet und ragen verwunschen aus dem See.
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Donnerstag, 27. Dezember 2018
Stelzenhäuser
Etwa 10.000 Menschen leben am und auf dem See, meist in Stelzenhäusern, da der Wasserspiegel zwischen Regen- und Trockenzeit um 3-4 Meter schwankt. Wer etwas mehr Geld hat, baut sein Haus auf Teakholzstützen, preiswerter sind Bambuspfähle. Letztere halten allerdings nur 5-6 Jahre, dann muss das Haus erneuert werden. Einige Konstruktionen sahen mächtig windschief aus. Vor allem aus Stabilitätsgründen haben die die Häuser viele Fenster, die bei Sturm geöffnet werden und dem Wind weniger Angriffsfläche bieten. Einige Siedlungen haben bereits elektrischen Strom, während andere ohne Wasserversorgung und Elektrizität auskommen müssen. Um am Abend trotzdem etwas Licht zu haben oder das Handy laden zu können, werden tagsüber Batterien mit Hilfe kleiner Solarpanels aufgeladen.
Unterwegs auf dem Inle-See
Zwei volle Tage waren wir mit dem Boot auf dem Inle-See unterwegs. Morgens liegt Nebel über dem See und wir mussten uns warm anziehen. Ab dem Mittag brauchten wir Sonnenschutz, die Temperaturen stiegen von frischen 9 Grad am Morgen auf erträgliche 23°C am Nachmittag. Der See liegt knapp 900 Meter über dem Meeresspiegel. Er ist etwa 30 km lang und 10 km breit. Ein Drittel des Sees ist mit Stelzendörfern und schwimmenden Gärten bedeckt. Stellenweise ist die Oberfläche komplett von Wasserhyazinthen bedeckt, dass man meint, durch eine Wiese zu fahren. Nachfolgend einige Impressionen vom See.
An einigen Stellen wachsen Lotosblumen und man kann die Blüten vom Boot aus pflücken. Unser Reiseleiter hat sogleich mit ein paar Handgriffen eine Kette für Steffi gefertigt.
An einigen Stellen wachsen Lotosblumen und man kann die Blüten vom Boot aus pflücken. Unser Reiseleiter hat sogleich mit ein paar Handgriffen eine Kette für Steffi gefertigt.
Mittwoch, 26. Dezember 2018
Angelmethoden
Die Intha vom Inle-See sind berühmt für ihre weltweit einzigartige Methode, Fische zu fangen. Vor vier Jahren hatte ich nicht wirklich begriffen, wie die Fische in dem nach unten offenen Korb gefangen werden. Erst jetzt habe ich das System verstanden. Geholfen hat uns ein Fischer, der bei der Demonstration tatsächlich einen Barsch im Netz hatte.
Nicht nur das Fischen, sondern auch das Fortbewegen des Bootes erfordern Geschicklichkeit und Übung. Die Fischer stehen mit einem Bein meist auf dem Heck oder Bug des langen Bootes, während sie mithilfe des anderen Beines und einer Hand rudern, um eine geeignete Stelle zu finden.
Ist diese gefunden, greifen Sie zum Korb. Das Netz ist an dessen unterem Ring befestigt, während das obere Ende des Netzes einen separaten schmalen Ring besitzt, der mittels eines Strickes oben am Korb befestigt wird. Das Netz ist dann gespannt und einsatzbereit.
Der Korb wird auf den Grund des Sees gestoßen (der ist nur zwischen einem und vier Meter tief) und bestenfalls befindet sich nun ein Fisch innerhalb des Korbes. Der obere Ring des Netzes wird nun gelockert, damit selbiges erschlafft. Mittels einer kleine Harpune, die von oben durch den Netzring gesteckt wird, werden der oder die Fische zur Flucht animiert und verfangen sich im Netz.
Sogleich wird der Korb nach oben gezogen, das erschlaffte Netz fällt dabei seitlich über den unteren Korbring und mit etwas Glück befindet sich ein Fisch in diesen Netzschlaufen.
Besonders glücklich sieht der gute Mann ob seines Fanges nicht aus, aber immerhin ist ein Fisch ins Netz gegangen.
Mittlerweile fischt die große Mehrheit mittels eines Netzes oder fängt Krabben, während die Korbfischerei langsam ausstirbt. Meist sind es Fotomodelle mit Korb, die den Touristen für ein paar Kyats Aufnahmen für deren Album bieten.
Nicht nur das Fischen, sondern auch das Fortbewegen des Bootes erfordern Geschicklichkeit und Übung. Die Fischer stehen mit einem Bein meist auf dem Heck oder Bug des langen Bootes, während sie mithilfe des anderen Beines und einer Hand rudern, um eine geeignete Stelle zu finden.
Ist diese gefunden, greifen Sie zum Korb. Das Netz ist an dessen unterem Ring befestigt, während das obere Ende des Netzes einen separaten schmalen Ring besitzt, der mittels eines Strickes oben am Korb befestigt wird. Das Netz ist dann gespannt und einsatzbereit.
Der Korb wird auf den Grund des Sees gestoßen (der ist nur zwischen einem und vier Meter tief) und bestenfalls befindet sich nun ein Fisch innerhalb des Korbes. Der obere Ring des Netzes wird nun gelockert, damit selbiges erschlafft. Mittels einer kleine Harpune, die von oben durch den Netzring gesteckt wird, werden der oder die Fische zur Flucht animiert und verfangen sich im Netz.
Sogleich wird der Korb nach oben gezogen, das erschlaffte Netz fällt dabei seitlich über den unteren Korbring und mit etwas Glück befindet sich ein Fisch in diesen Netzschlaufen.
Besonders glücklich sieht der gute Mann ob seines Fanges nicht aus, aber immerhin ist ein Fisch ins Netz gegangen.
Mittlerweile fischt die große Mehrheit mittels eines Netzes oder fängt Krabben, während die Korbfischerei langsam ausstirbt. Meist sind es Fotomodelle mit Korb, die den Touristen für ein paar Kyats Aufnahmen für deren Album bieten.
| Krabbenfischer beim Auslegen der Bambuskörbe |
| Fischen mit Netz |
Die Welt ist ein Dorf
Unser Hotel steht unter deutscher Leitung. Wir wurden vom Hotelmanager Daniel begrüßt. Steffi fragte ihn, ob er aus Seifhennersdorf stamme. Das Gesicht hättet Ihr sehen müssen! Vor vier Jahren hatten wir gemeinsam in einer burmesischen Dorfkneipe gegessen und zwei Flaschen Whisky geleert, woran wir uns noch gut erinnern konnten. Er war damals Hotelmanager unseres Resorts am Inle-See.
Dienstag, 25. Dezember 2018
Begegnung der dritten Art
Barfuß sind wir den traumhaften Strand entlanggelaufen und haben uns in einem heimischen Restaurant niedergelassen, kleine Hunde beobachtet, wie sie Krabben fingen und mit ihnen spielten, gegrillten Oktopus und eine Flasche Wein mit Blick auf das türkisblaue Wasser genossen. Dann musste Steffi auf die Toilette. Schweigend kam sie zurück und ich wusste, da war irgend etwas anders. Normalerweise ist sie verhältnismäßig entspannt und hart im Nehmen, was asiatische Toiletten betrifft. Hier bestand selbige jedoch aus vier in den Sand gesteckten Bambusstangen, dreiseitig mit Plastikplanen bespannt. Kein Loch, kein Trittbrett, nichts dergleichen. Man stellt sich also notgedrungen in die Notdurft der Vorgänger (barfuß!) und macht sein Geschäft. Keine Sorge, das Meer ist gleich um die Ecke. Zweimal durch die Brandung gelaufen, schon sind die Füße wieder sauber.
Die Kinder des Besitzers hatten übrigens einen selbst gebastelten Weihnachtsbaum vorm Restaurant installiert. Ist der nicht schön?!
Die Kinder des Besitzers hatten übrigens einen selbst gebastelten Weihnachtsbaum vorm Restaurant installiert. Ist der nicht schön?!
Relativitätstheorie
Schon Einstein wusste: Die Zeit ist relativ. Die Burmesen wussten das bereits vor Einstein und haben seitdem ein besonderes Verhältnis zur Zeit. Eine halbe Stunde hin oder her ist hier relativ pünktlich. So gesehen wird die Weltzeit am Flughafen absolut korrekt angezeigt.
Ngapali Beach
Mit dem heutigen Flug gehen wir zum gemütlichen Teil der Reise über. Wir sind hier am Golf von Bengalen, wo das Wasser wärmer ist als die Luft, der Himmel azurblau strahlt, Palmen Schatten spenden und die Frauen barbusig... Stopp! Hier ist mir jetzt die Fantasie durchgegangen.
Die Endstation unserer Reise bedeutet nicht das Ende dieses Blogs. Die Erlebnisse am Inle-See sind mit einer Intensität auf uns eingeprasselt, dass ich Tage zum Aufarbeiten, Sichten der Fotos und Verfassen der Erzählungen benötige. Häppchenweise werde ich diese nachreichen. Lasst Euch bis dahin die Gans schmecken!
Die Endstation unserer Reise bedeutet nicht das Ende dieses Blogs. Die Erlebnisse am Inle-See sind mit einer Intensität auf uns eingeprasselt, dass ich Tage zum Aufarbeiten, Sichten der Fotos und Verfassen der Erzählungen benötige. Häppchenweise werde ich diese nachreichen. Lasst Euch bis dahin die Gans schmecken!
Montag, 24. Dezember 2018
Christmette in Myanmar
Zur Einstimmung auf Weihnachten haben wir uns heute am Heiligen Abend ein Tuk Tuk bestellt und uns zur Mitternachtsmesse in die hiesige katholische Kirche bringen lassen. Es war ein stimmungsvolles Erlebnis, die Weihnachtsgeschichte auf burmesisch zu hören, eingerahmt in kirchliche Gesänge, die in voller Inbrunst und Lautstärke vorgetragen wurden. Die Kirche war mit bunten Luftballons und Girlanden geschmückt, gesessen wurde auf dem Boden. Der Pfarrer hatte die Weihnachtsgeschichte in ein Mickey Mouse-Cover eingelegt, das er beim Vortragen hochhielt. Sah etwas komisch aus, aber er war ernsthaft bei der Sache. Die Predigt hielt er frei und trotz der fremden Sprache war sie fesselnd.
Zurück im Hotel wartete eine kleine Überraschung des Housekeeping-Teams auf uns: Eine selbst gebastelte persönliche Weihnachtskarte und ein Schälchen mit Weihnachtsgebäck.
Wir wünschen Euch allen ein schönes Weihnachtsfest! Liebe Grüße aus dem fernen Burma.
Zurück im Hotel wartete eine kleine Überraschung des Housekeeping-Teams auf uns: Eine selbst gebastelte persönliche Weihnachtskarte und ein Schälchen mit Weihnachtsgebäck.
Wir wünschen Euch allen ein schönes Weihnachtsfest! Liebe Grüße aus dem fernen Burma.
In der Weihnachtsbäckerei
Als Weihnachtsgeschenk erhielten wir heute traditionelle Shan-Kleidung und fuhren so gestylt zu einem Kochkurs. Die Sachen sind äußerst bequem, luftig, aber auch warm, denn hier in den Bergen ist es morgens im Nebel empfindlich kalt. Die Leute tragen Anorak und Strickmütze, laufen dabei barfuß in Badeschuhen mit Zehensteg herum (was das Tragen von Socken unmöglich macht). Uns wären längst die Füße erfroren.
Gemeinsam mit den Einheimischen kochten wir unser Weihnachtsessen: Hühnchen mit Gourd (heimische Gurkenart, kürbisartig), Schwein mit Curry, gebratener Fisch in Kräuterkruste, dazu Reis, Tomatensalat und Spinat. Als Nachtisch gab es Kekse und frisches Obst. War gaaanz lecker...
Gemeinsam mit den Einheimischen kochten wir unser Weihnachtsessen: Hühnchen mit Gourd (heimische Gurkenart, kürbisartig), Schwein mit Curry, gebratener Fisch in Kräuterkruste, dazu Reis, Tomatensalat und Spinat. Als Nachtisch gab es Kekse und frisches Obst. War gaaanz lecker...
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