Ohne Worte.
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Donnerstag, 1. Januar 2026
Kulturprogramm
Heute hat es mit etwas Anlaufschwierigkeiten geklappt mit dem Kulturprogramm. Unser für den Vormittag gebuchter Guide für eine deutschsprachige Privatführung hatte sich wohl bei der Silvesterparty übernommen und eine halbe Stunde vor dem Treffen als außer Gefecht gemeldet. Eine Alternative wurde kurzfristig für den Nachmittag gefunden.
Marrakesch war schon Filmkulisse für einige Klassiker, unter anderem für Alfred Hitchcocks "Der Mann, der zuviel wusste" aus dem Jahr 1956. Der Drehort, das Restaurant Dar Essalam, ist heute noch in Betrieb und eine beeindruckende Lokalität.
Alternatives Raumnutzungskonzept
Der Fernseher in unserem Zimmer ist interessant positioniert. Das wird auch aus einem anderen Blickwinkel nicht besser. Man kann es sich ja auf der Treppe bequem machen. Gut, dass wir im Urlaub nie fernsehen.
Mittwoch, 31. Dezember 2025
Silvester
Heute wollten wir es mit etwas Kultur versuchen, sind aber an den Menschenmassen gescheitert. Selbst an den Yves Saint Laurent - Gärten fanden wir lange Schlangen vor (das ist nur ein Garten!). Es werden ausschließlich Vorab-Online-Buchungen mit mindestens 3 Tagen Vorlauf akzeptiert. So sind wir eben mit dem Linienbus hin und her gefahren. Ein Ticket kostet umgerechnet nur 40 Cent. Der Umrechnungskurs von marokkanischen Dirham in Euro beträgt 10:1. Das macht es einfach beim Umrechnen. Selbst Euro oder Kreditkarte werden in den meisten Geschäften und Restaurants akzeptiert. Unser Museumsgeld haben wir notgedrungen beim Shoppen auf den Kopf gehauen. Hier gibt es super Designermode. Nix von der Stange, viele Unikate. Jetzt haben wir einen neuen Anzug, Hemd und Hose im Gepäck.
Zwischendurch gab es Essen und Getränke auf einigen der zahlreichen Dachterrassen bei sonnigen 20°C. mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund. So lässt es sich leben! Weil es meistens keinen Alkoholausschank gibt, wird man diskret unter der Hand darauf hingewiesen, Wein aus dem Supermarkt mitzubringen und selbst in das bereitgestellte Glas einzuschenken. Damit kann der Muslim leben. 😎🍷
Auf dem Heimweg durch die Gassen haben wir uns mit eingelegten Oliven, gewürzten Mandeln und Datteln eingedeckt, dabei einige kuriose Schnappschüsse gemacht. Jetzt sitzen wir auf der hauseigenen Dachterrasse und feiern ins neue Jahr hinein. Euch allen einen guten Rutsch!
Dienstag, 30. Dezember 2025
Auffallend
Interessant und gelungen finden wir die "Verkleidung" der Funkmasten als Palmen. Wie bei uns die Apfelbäume am Straßenrand, säumen hier Orangenbäume die Promenaden, übervoll mit reifen Früchten.
Hammam-Heizer
In der Altstadt gibt es zahlreiche Hammam (Badehäuser), teils mehr als 500 Jahre alt. In einem solchen aus dem Jahr 1562 haben wir uns ordentlich durchschrubbeln lassen, natürlich streng getrennt zwischen Männlein und Weiblein. Noch heute werden die Bäder mit Holz oder Holzspänen befeuert. Dazu hockt der Heizer im Keller und wirft Späne oder Scheite in den großen gemauerten Feuerraum. Darüber sind Wasserkessel eingelassen. Von dort gelangt das heiße Wasser über Leitungen zu den Baderäumen, erwärmt die Böden und das Brauchwasser.
Immer schön geradeaus blicken
Der Souk von Marrakesch
Im Grunde ist die gesamte Innenstadt ein einziges großes Warenhaus mit hunderten, wenn nicht tausenden kleinen Läden. Anders als auf Souks in Vorderasien wird man zurückhaltend und weniger penetrant angesprochen. Das macht den Bummel durch die Gassen entspannt. Dazwischen laden Restaurants mit Dachterrasse auf einen Gewürzkaffee und ein Tajine-Gericht (im Tontopf geschmort) ein. Wer ein Bier oder Glas Wein dazu möchte, muss allerdings etwas suchen. Das gibt es nicht überall.
Wie so häufig, ist der Souk in Händlerbereiche unterteilt. Sattler und Schuster in der einen Gasse, Kunstschmiede und Metallwaren in der anderen, Holzschnitzer, Schneider usw. Manchmal geht es auch gemischt zu. Fleischer und Fischhändler bieten ihre Waren zwischen Haushaltswaren und Souvenierständen an. Ab und an taucht zwischen den Mopeds ein Eselgespann auf, aber nur in den Hauptgassen. Woanders ist es zu eng.
Berühmt ist Marrakesch für seinen großen zentralen Platz, den Jemaa el-Fna. Dort ist tagsüber und vor allem am Abend die Hölle los. Fahrende Händler bieten frisch gepresste Säfte, gedünstete Schnecken, gegrillte Fleisch- und Gemüsespieße und vieles mehr an. Dazwischen spielen Schlangenbeschwörer ihr Melodien vor den horchenden Kobras und Berber zelebrieren traditionellen Teeausschank. Umrahmt wird das Gewusel von zahlreichen Restaurants, von deren Terrassen sich das Treiben beobachten lässt. Wenn Ihr den Orient sehen, fühlen, riechen und schmecken wollt, ist dies hier der richtige Ort. Bunt. Laut. Wuselig.
Beim Barber
Der erste Gang am Morgen führte zum Friseur. Aus dem Lautsprecher tönte monotoner arabischer Sprechgesang, der sogleich den Puls um einige Schläge senkte. Der gute Kerl verpasste mir ungefragt eine Nassrasur. Ich ließ ihn gewähren und genoss die Prozedur. Immerhin verblieb ein Teil des Haupthaares. Der Rest wächst wieder.
Willkommen in Marokko
Mesdames et Messieurs, bienvenue au Maroc!
Für den Start in unser neues Abenteuer haben wir uns ein kleines, aber feines Riad in der Medina (Innenstadt) von Marrakesch ausgesucht. Es ist kaum zu finden im Gassengewirr, der Eingang unscheinbar. Aber drinnen ist es ruhig und gemütlich. Frühstück gibt es im Innenhof oder auf der Dachterrasse mit dem schneebedeckten Atlasgebirge im Hintergrund.












