Unsere Unterkunft hier in den Bergen ist idyllisch gelegen, umgeben von Blumen und Bäumen. Zuerst dachten wir, neben jedem Häuschen stehe ein Backofen. Das hat uns verwundert. Als es heute morgen aus den Schornsteinen aller Öfen rauchte, wurde deren Funktion noch rätselhafter. Also fragte ich einen Angestellten und er sagte mir, dass mit den Öfen das Warmwasser für die Zimmer erzeugt würde. Durch die regelmäßigen Stromausfälle sei eine Warmwasserversorgung über Boiler nicht sichergestellt. Beim näheren Betrachten fielen mir dann die geschweißte Konstruktion der Feuerräume und die abgehenden Wasserleitungen auf. Sicherheitsventil und thermische Ablaufsicherung: Fehlanzeige. Nicht mal ein offenes Ausdehnungsgefäß konnte ich entdecken. Der tansanische Anlagenmechaniker wird sich schon was gedacht haben bei der Installation. Außerdem scheinen bei der Kokelei keine gefährlichen Temperaturen >100°C entstehen zu können. Und falls doch mal was passiert, dann befindet sich die Installation ja unter freiem Himmel und kann im Haus keinen Schaden anrichten. Hakuna matata.
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Samstag, 6. Januar 2024
Freitag, 5. Januar 2024
Regen, Regen, Regen
Afrika verbindet der durchschnittliche Europäer mit glühend heißer Sonne und trockener Grassavanne. Vielleicht ein bisschen Regenwald im Kongo, aber ansonsten: Sonnencréme und Schattenplatz. Von wegen! Wir hatten zum einen unterschätzt, dass die Serengeti auf über 1.000m Höhe liegt, unser Hotel z.B. auf knapp 1.500m. Deshalb liegen die Temperaturen im (aktuellen) afrikanischen Sommer zwischen angenehmen 25 und 30°C. Im Winter (also Juli/August) kann es nachts bis auf 10°C runter gehen. Beim Koffer packen haben wir auf den Beginn der Trockenzeit und Klamotten für heiße Tage geachtet, statt einer Jacke nur eine Strickjacke und eine Weste eingepackt. Normalerweise endet die "kleine" Regenzeit Mitte Dezember. Pustekuchen! Afrikaner sind kein Norweger. Sie laufen hier mit Daunenjacke und Strickmütze rum. Das hätten wir auch einpacken sollen. Es ist nicht wirklich kalt, aber im Regen und bei offenem Dach ist es auch nicht wirklich warm. Und es regnet hier jeden Tag. Manchmal ist es nur ein Gewitter, aber an einigen Tagen hat es sich so richtig eingeschifft. Dann kommt das Wasser von überall, bildet reißende Flüsse und überspült Straßen. Wir hatten Glück, nicht am Vortag abreisen zu müssen und auch keine Safari gebucht zu haben. Die Ausflügler kamen am Vormittag alle zurück, weil die Wege unpassierbar waren. Selbst die Hauptstraße nach Arusha war für viele Stunden gesperrt, die Touristen mussten im Auto ausharren. Francis hat uns sicher zurück gebracht, wir passierten erneut die große Wanderung und sahen einige interessante Dinge unterwegs. Jetzt sind wir bereits in den Usambara-Bergen, haben noch kein Veilchen gesehen und wegen des Regens leider auch keinen Kilimandscharo, obwohl wir an dessen Fuß vorbeifuhren. Egal, hier ist es spannend untouristisch, das Bier im Hotel kostet umgerechnet 1,20 Euro. Wir freuen uns auf die kommenden Tage (trotz Regens). Ein paar Bilder von unterwegs folgen. Nicht wundern: zwischendurch gibt es auch sonnige Momente. Alles in allem sind wir bestens gelaunt 😎.
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| Immer wieder spannend: Die Zufahrt zu unserem Hotel in Arusha |
Prophylaxe
Auf dem Rückweg nach Arusha legten wir einen Stopp bei einem Medizinmann ein, um traditionelle Massai-Medizin zu kaufen. Leider durften wir mit ihm keine Fotos machen. Das Geheimgemisch aus Wurzelextrakt und Rinde (und weiteren unbekannten Zutaten) ist als Pulver erhältlich. Es soll gegen allerlei Zipperlein helfen, wie Gelenkschmerzen und Hautkrankheiten, kann auch vorbeugend gegen Unwohlsein und Grippe eingenommen werden. Wir ließen uns eine Portion in eine Wasserflasche füllen, eine halbe Stunde wirken und anschließend flößten wir uns den Trank ein. Schmeckt ein bisschen wie kalter Wermut-Tee. Ziemlich bitter. Hat zumindest einen flotten Stuhlgang bewirkt. Für zuhause haben wir einen Vorrat mitgenommen.
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| In diesem Dorf lebt der weise Mann |
Mittwoch, 3. Januar 2024
Afrikas Fauna
An drei Tagen quer durchs Land haben wir so viele Tiere gesehen und Fotos geschossen, dass nur eine kleine Auswahl in diesen Blog passt. Meine Lieblinge sind ja die Giraffen und Warzenschweine, aber es gibt auch viele Vögel und kleinere Tiere, welche faszinieren. Zum Beispiel die putzigen Mangusten oder den Klippschiefer (einem Säugetier ohne Schwanz von Form und Größe einer Bisamratte). Auch Strauße und Marabus sind in freier Wildbahn ein Hingucker.
Auf Katzenpirsch
Heute waren wir gezielt auf Raubtierpirsch und hatten großen Erfolg. Löwen, Leoparden und Geparden konnten wir mehrfach erspähen. Während Löwen und Leoparden eher nachtaktiv sind, jagen Geparden am Tage. Dadurch sind Letztgenannte leichter zu erkennen. Löwen dagegen sind schwer auszumachen, wenn sie faul im hohen Gras liegen. Weil sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr vom Menschen gejagt werden, kostet es sie maximal einen müden Blick, wenn wir uns bis auf wenige Meter nähern. Danach sinkt der Kopf wieder schläfrig ins Gras. Der Leopard verbringt seine Schlummerstündchen im Geäst der Bäume. Da heißt es: Blick nach oben.
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| Lunchtime |
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| Cabriofeeling |
Montag, 1. Januar 2024
Erholungstag
Unsere erste Safari fiel buchstäblich ins Wasser. Es schüttete fast den ganzen Tag. Die ohnehin ramponierten Straßen verwandelten sich in Flüsse. Es war am Ende eher eine Offroad-Adventure-Tour statt Tier-Safari. Ab und an hielt der Regen inne und gab den Blick auf die endlose Savanne frei.
Wir beschlossen aufgrund der Wetterlage und der anstehenden Silvesterparty, einen Erholungstag einzuschieben. Der Tag belohnte uns mit bestem Wetter. Die Lodges fügen sich wie Hobbithäuser in die Landschaft ein. Von den Terrassen der Zimmer blickt man in die weite Landschaft. Zwischen den Häusern laufen Dikdiks (auch Mausrehe oder Zwergantilopen genannt), Webervögel bauen ihre eindrucksvollen Nester auf dem Gelände. Einen Pool gibt es selbstverständlich auch. So lässt es sich aushalten. Nur im Dunkeln wird es gefährlich. Dann schleicht ein Leopard um die Häuser und gelegentlich liegt ein Kaffernbüffel auf dem Weg (sehr ungemütliche Tiere). Möchte man zur Bar, zum Restaurant oder wieder zurück ins Zimmer, geht das nur in Begleitung eines Rangers.
Die große Wanderung
Die Serengeti ist berühmt für die größten Tierwanderungen der Erde. Seit Ende der Eiszeit durchwandern etwa 2,5 Millionen Gnus, Zebras und Antilopen, flankiert von Löwen, Leoparden, Hyänen und Geiern, innerhalb eines Jahres die 30.000 km² große Hochebene von Norden nach Süden und wieder zurück. So dauerte es nicht lange nach Einfahrt in den Nationalpark, bis wir mit unserem Fahrzeug auf dem Weg zur Unterkunft die Herden kreuzten. Von Weitem sahen die Tiere wie Ameisen im Grasland aus. Umgeben von tausenden Tieren, Zebras vor uns hertreibend, genossen wir das eindrucksvolle Naturschauspiel. Als dann noch eine Tüpfelhyäne den Weg kreuzte und Elefanten auftauchten, war das Erlebnis Afrika perfekt. Dabei waren wir noch nicht mal angekommen.
Doppelter Grund zum Feiern
Wie Ihr schon auf den ersten Bildern sehen konntet, reisen wir diesmal zu viert. Und das hat einen besonderen Grund, denn mein Vater ist heute, am 1. Januar 2024, 80 Jahre alt geworden. So haben wir also nicht nur in das neue Jahr, sondern auch in den runden Geburtstag reingefeiert. Aber ordentlich!

















































